Das Wort Schamane wird häufig verwendet. Für Heiler aus verschiedenen Kulturen, für Menschen, die mit Pflanzen arbeiten, für spirituelle Praktiker aller Art. Es ist ein Begriff, der alles und nichts bedeutet.
Das Wort für das, was ich bin, kommt aus dem Quechua: Paqo. Oder genauer: Hampipaqo — ein Heiler, der durch den Weg der Medizin arbeitet.
Ein Paqo ist ein Praktiker der andinen Kosmologie. Jemand, der mit den Energien des Kosmos arbeitet — mit Pachamamama, der Erde. Mit den Apus, den Berggeistern. Mit den Elementen. Mit der Ahnenlinie.
Das ist keine Position, die man sich gibt. Es ist ein Weg, der sich öffnet — und der eine Ausbildung verlangt. Nicht ein Wochenend-Seminar. Eine jahrelange Arbeit am eigenen Energiesystem, an den eigenen Programmen, an der eigenen Verbindung zur unsichtbaren Welt.
In der andinen Tradition gibt es verschiedene Ebenen — vom Anfänger bis zum initiierten Priester. Die Ausbildung passiert nicht linear. Sie passiert durch Erfahrung, durch Fehler, durch das, was das Leben bringt.
Ein Paqo ist kein Schamane im nordamerikanischen oder sibirischen Sinne. Die andine Tradition hat ihre eigene Kosmologie, ihre eigenen Praktiken, ihre eigene Sprache.
Ein Paqo arbeitet nicht mit Ayahuasca. Das ist eine andere Tradition, aus dem Amazonasgebiet. Die Verwechslung ist häufig, und sie führt zu Missverständnissen darüber, was andine Heilarbeit ist.
Ein Paqo ist auch kein spiritueller Berater, der sagt, was man tun soll. Die andine Medizin gibt keine Antworten, die außerhalb der eigenen Wahrnehmung liegen. Sie schafft Bedingungen, in denen Klarheit entstehen kann.
Ich wurde in Peru initiiert. Mein Lehrer, Ricardo, lebt in den Bergen des Ausangate — einem der heiligsten Apus der andinen Tradition.
Meine Ausbildung begann nicht mit Techniken. Sie begann mit meiner eigenen Geschichte — meiner Beziehung zum Vater, den Programmen, die ich mitgebracht hatte, der Arbeit an meinem eigenen Energiefeld. Man kann nicht anderen helfen, ihr Feld zu klären, wenn das eigene nicht stabil ist.
Das ist das Erste, was ich in der Ausbildung lernte: der Weg der Medizin ist zuerst ein persönlicher Weg. Alles andere kommt danach.
Die Arbeit umfasst das Energiefeld — die Hucha lösen, die schwere Energie, die sich angesammelt hat. Das Sami stärken, die freie Lebensenergie. Energetische Verträge klären. Mit der Ahnenlinie arbeiten.
Und konkrete Rituale: Despacho, die Arbeit mit der Mesa — dem Altar der Medizin — die Verbindung mit den Kraftorten.
In Deutschland arbeite ich in Einzelsitzungen, in Heilkreisen und auf der Peru-Reise. Der Ort ist verschieden. Die Energie, mit der gearbeitet wird, ist dieselbe.
Auf der Seite zur Ausbildung findest du Informationen darüber, wie man selbst mit dieser Arbeit beginnt — und was das bedeutet. Nicht für jeden ist eine Ausbildung der Weg. Aber für manche ist es der logische nächste Schritt.